Regentanz

Nach dem letzten etwas nachdenklicheren Text, jetzt wieder einen. Gewisse Dinge lassen einen einfach keine Ruhe, egal wie lange sie her sind. Vor allem wenn sie mit so vielen Fragen verbunden sind, so vielem was ich einfach nicht verstehe und auch nicht nachvollziehen kann.
“Regentanz” ist das Danach. Einerseits der Bestand, andererseits das Vergehen. Der Rest liegt beim Leser 😉

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Ich lerne im Regen zu tanzen,
den Sturm um mich
Blitze die die Nacht erhellen.
Den Donner in meinen Knochen
meine Familie als Wolkenbank
sich finster zusammenbrauend
greift sie mich,
uns,
von allen Seiten an.
Wir rufen Worte in den Wind
verzweifelt
ohne es aufhalten zu können.
Zu viele Worte sind bereits gefallen
zu viele nur in der eigenen Sprache gelesen
obwohl wir doch so Àhnlich sind.
Wie die Tropfen die um uns nieder prasseln.

Ich lerne im Regen zu tanzen
den Wind zu trotzen
und den Schmerz in die Erde zu leiten.
Jeder weitere Satz, jeder Schrei
ausgestoßen von unerreichbar fernen Wolken
erschĂŒttert mein Selbst
hinterlÀsst tiefe Leere .
Unhörbar verhallen unsere BemĂŒhungen
unser Wunsch nach blauem Himmel
nach Heilung
VerstÀndnis
nach der Sonne und der WĂ€rme
die uns einst umgab.

Ich lerne im Regen zu tanzen
bis ein Wort fÀllt.
Eines.
Die Welt bleibt stehen.
Erde unter meinen FĂŒĂŸen
Wasser um mich,
bleibe ich stehen.
Der Sturm tobt.
Ich höre ihn nicht mehr
sehe nur Blut an meinen HĂ€nden.
Vor mir der Abgrund.
Ein Wort.
Ein Schritt.
Ein Schicksal.

( http://fav.me/d7l40b9 )

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