Die Rettung des Eises Teil 8: Ein Neubeginn

Hallo!

Ich w√ľnsche euch einen wunderbaren Sonntag! ūüôā

Hier ist also der letzte Teil meiner Pinguingeschichte.
Ein wenig wehm√ľtig ist mir schon dabei, ich hab mich an Pike sehr gew√∂hnt.
Aber ich denke, so ist es ein gutes Ende und ich w√ľnsche euch viel Spa√ü mit dem letzten Teil!

Habt noch einen schönen Tag!

This picture is from kiriOkami (http://kiriokami.deviantart.com/) Don’t use it without her permission!

8.

Meister Guiner beugte sich √ľber den Tisch. Vor seinen Augen hatte er die Vergr√∂√üerungsbrille befestigt, und seine ganze K√∂rperhaltung zeugte von einer tiefen Konzentration.
Er war ein Felsenpinguin, und mit sicheren Fl√ľgeln f√ľgte er die kleinen Teile zusammen, die vor ihm lagen.
Auf seinem Arbeitstisch standen mehrere blinkende und summende Geräte.
Seit einigen Tagen war Pike wieder im Labor und arbeitete wie zuvor als sein Lehrling. Auch wenn die Lieferung nicht vollst√§ndig gewesen war, seinen Auftrag hatte er gut erf√ľllt. Die fehlenden Teile wurden aus anderen gefertigt. Um im Zeitplan zu bleiben, waren die Bewohner der Stadt dazu aufgerufen worden, ihren Beitrag zu leisten und alle waren ihm nachgekommen.
Sie hatten mehr als genug Einzelteile und auch Ersatzteile f√ľr den Fall, dass etwas kaputt ging.
Magda war eine √úberraschung f√ľr alle gewesen und kurzzeitig ein Problem. Der alte Komplex musste in Windeseile wieder in Betrieb genommen werden, mehrere Techniker arbeiteten √ľber Stunden hinweg an der Reparatur und der Wiederherstellung der Systeme. Nun hatte Magda dort ihr neues Zuhause, in dem sie sich aufw√§rmen und leben konnte.
Ein Mädchen im ewigen Eis, mitten unter Pinguinen.
Erinnerungen an ihre Mythen √ľber den Ursprung der Zivilisation bekamen mehr Bedeutung denn je zuvor in diesen Tagen und Magda war mehrheitlich freundlich und erfreut aufgenommen worden.
Die Menschen waren vielleicht f√ľr Vieles verantwortlich, aber sie waren in der Lage zu erkennen, wann jemand anders war.
Magda war anders.
Sie hatte Pike auf der Reise versorgt und war nicht von seiner Seite gewichen. Auch jetzt ließ sie sich nur schwer von ihm trennen und verbrachte viel Zeit in dem Haus seiner Familie. Zu seiner Freude, verstand sie sich gut mit Pike Junior, der ihr so viele Fragen stellte, wie sie ihm. Beide ergänzten sich gut, und er war froh, dass sie jemanden gefunden hatte, mit dem sie reden konnte.
“Meister?”
Pike stand nervös vor Guiner, mit dem letzten Bauteil in der Hand.
Guiner zog seine Brille vom Kopf, nahm es Pike ab und stolzierte zu seiner Erfindung.
Pike beobachtete ihn erwartungsvoll, wie er vorsichtig das d√ľnne Netz aus Eisen einsetzte, kalt und schimmernd.
Der rote Kristall schwebte in der Mitte, und pulsierte regelmäßig.
Noch standen die Zahnr√§der still, gab die Maschine keinen Laut von sich. Die Kolben verharrten in der K√§lte, und die riesige Kuppel √ľber der spitz zulaufenden Apparatur war geschlossen. Eine dicke Schneeschicht hatte sich √ľber dieser angesammelt.
Pike stand staunend vor der Apparatur, voller Stolz, Lehrling eines solch bedeutenden und genialen Meisters zu sein.
Er hätte niemals etwas Gleichartiges ersinnen können.

Die Sonne schien bleich vom Himmel herab.
Magda war in alt aussehende, aber offenbar immer noch w√§rmende Kleidung geh√ľllt.
Zwischen all den Pinguinen auf dem Platz wirkte sie merkw√ľrdig deplatziert.
Meister Guiner hatte die Wärmeleitungen in Magdas Jacke repariert, so dass sie nun mit geröteten Wangen neben Pike stand.
“Beginnt es endlich?”, fragte sie ungeduldig, und er gemahnte sie alleine durch seine K√∂rperhaltung zur Ruhe und Geduld. Pike Junior war nicht gerade hilfreich.
Die gesamte Pinguinkolonie war auf dem Platz versammelt, und sein kleiner Sohn war unruhig, und aufgeregt.
“Meister Guiner mag mich nicht”, stellte Magda schlie√ülich fest.
“Er … kann nur nicht gut mit Kindern umgehen”, behauptet Pike ernst, und das war vielleicht gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt.
“Ich m√∂chte Techniker werden”, murmelte sie leise, als sich die Kuppel des Geb√§udes vor ihnen langsam und quietschend √∂ffnete.
Schnee löste sich und rutschte langsam die Rundung, der Kuppel herunter.
Die Maschine erhob sich silbern und golden, gl√§nzend √ľber die Menge der Pinguine. Es war ein erhebender Moment, der Pike mit Ehrfurcht erf√ľllte.
Die Pinguine hoben die Köpfe und schauten hinauf zum Himmel und ließen triumphierende Rufe ertönen. Es hallte von den Mauern wider, und er sah die Aufregung in Magdas Augen.
Sie griff nach seiner Flosse, und er dr√ľckte ihre Hand.
Der rote Kristall leuchtete vor dem blauen Himmel, und ihm wurde es warm ums Herz, während die Welt um einige Grad eisiger wurde.

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